Jahr

2026

Typ

Wettbewerb nach RPW – 15 Teilnehmende

Auftraggeber

Ev. Luth. Kirchgemeinde Großröhrsdorf – Kleinröhrsdorf

Status

Anerkennung, Kooperation mit Alexander Poetzsch Architekturen und Blaurock Landschaftsarchitektur

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Nach dem Feuer

„Der Stadt die Shilouette der Kirche wiedergeben.“

Der Wiederaufbau der nach dem Brand zerstörten Kirche begreift sich als bewusster Schritt zwischen Erinnerung und Neubeginn. Die vertraute Silhouette und äußere Erscheinung prägen weiterhin den Ort und stiften Identität, während die innere Ordnung des Kirchenbaus neu gedacht wird. Glockenturm, Turmhaube und Dachgestalt werden denkmalgerecht und in ihrer historischen Erscheinung wiederhergestellt; das Dachtragwerk des Kirchenschiffes selbst wird als zeitgemäße Holzkonstruktion neu interpretiert und macht den Weiterbau sichtbar.
Die neue Kirche ist als flexibles Haus konzipiert, das auf unterschiedliche räumliche, funktionale und atmosphärische Anforderungen reagieren kann. Die räumliche Organisation in Schichten ermöglicht es, je nach Anlass gezielt einzelne Bereiche zu aktivieren oder zusammenzuschalten. Der Pavillon übernimmt dabei eine zentrale Rolle als vermittelnde Schnittstelle zwischen Kirchenraum und Kirchgarten und aktiviert den Außenraum als selbstverständlichen Teil des Gemeindelebens. Im Alltag entstehen hier niedrigschwellige Nutzungen wie Gemeindetreffs, Kinder- und Jugendangebote, Musikproben oder Nachmittagsveranstaltungen. Zu besonderen Anlässen – von Taufen, Trauungen und Beisetzungen bis hin zu großen Festgottesdiensten – lassen sich Kirchenraum, Emporen, Pavillon und Außenräume zu einem zusammenhängenden Raumgefüge erweitern.

Die prägende Silhouette der Kirche wird mit traditioneller Biberschwanzdeckung und zeitgenössisch interpretierten Gauben wiederhergestellt. Aufgrund der brandschadensbedingt eingeschränkten Tragfähigkeit des Bestandsmauerwerks trägt ein eigenständiges, in den Kirchenraum eingestelltes Holzrahmenwerk das neue Dach; ein umlaufender Massivanker stabilisiert die vorhandenen Mauern. Im westlichen Bereich werden zusätzliche Ebenen mit Nebenräumen, Aufzug, Kindergottesdienstraum, Emporen und Lagerflächen integriert. Der Turm wird als „Gedächtnisturm“ mit einer Ausstellung zur Geschichte von Kirche und Gemeinde erlebbar gemacht. So verbindet der Entwurf konstruktive Erfordernisse, funktionale Nutzung und den respektvollen Umgang mit dem historischen Bestand.

Die im Entwurf wiederkehrende Rautenstruktur bildet ein durchgängiges konstruktives und gestalterisches Prinzip. Sie leitet sich aus der Logik des Tragwerks, der Verspannung und der Lastabtragung ab und wird in unterschiedlichen Maßstäben konsequent weitergeführt. Die gekreuzten Zugbänder des Dachtragwerks, die Struktur der Holzkonstruktion sowie die daraus abgeleiteten Raster folgen einer gemeinsamen inneren Ordnung und machen die wirkenden Kräfte räumlich ablesbar. Dieses Prinzip prägt auch die Gestaltung ausgewählter Bauteile und Einbauten. In Fensterteilungen, Möbeloberflächen und Details erscheint die Rautenstruktur als abstrahiertes Motiv und erzeugt eine ruhige, wiedererkennbare Identität.